13,56-MHz-RFID-Armbänder sind hochfrequente tragbare Tags, die in Systemen eingesetzt werden, die eine Identifizierung über kurze Entfernungen, Datenaustausch oder NFC-Interaktion erfordern. Im Vergleich zu vielen Niederfrequenz-Armbändern bieten sie eine größere Auswahl an Chips und Datenfunktionen. In diesem Leitfaden wird erläutert, wie 13,56-MHz-RFID-Armbänder Funktionsweise, Unterschiede zwischen gängigen Chips und Standards sowie was vor der Bestellung zu prüfen ist.
Was sind 13,56-MHz-RFID-Armbänder?

13,56-MHz-RFID-Armbänder sind tragbare RFID-Tags, die im Hochfrequenz-RFID-Band arbeiten, einem weltweit standardisierten Frequenzbereich, der Nahfeld-Magnetinduktion für die Kommunikation über kurze Entfernungen nutzt.
Jedes Armband enthält einen integrierten Schaltkreis, auch Mikrochip genannt, sowie eine abgestimmte Spulenantenne, die in einem robusten, wasserdichten Gehäuse versiegelt sind. Diese versiegelte Konstruktion schützt die Elektronik vor Schweiß, Wasser und mechanischer Beanspruchung und ermöglicht es dem Armband gleichzeitig, aus einer kurzen Entfernung von etwa einem bis zehn Zentimetern sicher mit einem kompatiblen RFID-Lesegerät zu kommunizieren. Diese kurze Lesereichweite ist Teil des Sicherheitskonzepts und trägt dazu bei, versehentliche Abtastungen und das Abhören aus großer Entfernung zu verhindern.
Wie funktionieren 13,56-MHz-RFID-Armbänder?
13,56-MHz-RFID-Armbänder funktionieren über eine Kurzstrecken-Funkverbindung zwischen dem Armband und einem RFID-Lesegerät. Das Armband enthält einen Chip und eine kleine Antenne, während das Lesegerät das Funkfeld erzeugt, das zur Stromversorgung und zum Auslesen des Armbands erforderlich ist.
Wenn das Armband in die Nähe des Lesegeräts gehalten wird, empfängt die im Armband integrierte Antenne Energie aus dem Feld des Lesegeräts. Diese Energie aktiviert den Chip, und der Chip sendet Daten an das Lesegerät zurück. Das Lesegerät leitet diese Daten dann an die angeschlossene Software weiter, die den Datensatz überprüft und den Vorgang abschließt.
In den meisten Anwendungsfällen muss das Armband keine großen Mengen an personenbezogenen Daten speichern. Viele Systeme lesen lediglich die UID oder eine verschlüsselte ID-Nummer aus und ordnen diese Nummer dann im Backend-System einem Benutzer, einem Ticket, einem Raum, einem Konto oder einer Berechtigung zu.
Die meisten 13,56-MHz-RFID-Armbänder sind für das Auslesen im Nahbereich ausgelegt. Die typische Lesereichweite reicht von direktem Kontakt bis zu etwa 10 cm. Bei Verwendung des Armbands mit einem NFC-fähigen Smartphone ist die Reichweite in der Regel kürzer und liegt oft bei etwa 0–4 cm. Bei Verwendung mit einem an der Wand montierten Lesegerät, einem Hotelschloss, einem Ticket-Turnstil oder einem Lesegerät für die Zugangskontrolle liegt die Reichweite in der Regel bei etwa 2–10 cm.
Einige 13,56-MHz-Armbänder, die nach ISO/IEC 15693 arbeiten, können eine größere HF-Lesereichweite unterstützen, die mit dem richtigen Lesegerät und der richtigen Antenne oft bei etwa 10–50 cm liegt.
Standards und Protokolle für RFID-Armbänder mit 13,56 MHz
Nicht alle 13,56-MHz-RFID-Armbänder verwenden denselben Kommunikationsstandard. Die Frequenz gibt zwar das Betriebsband an, doch die tatsächliche Kommunikationsmethode hängt vom Protokoll ab, das dem Chip zugrunde liegt. Bei Hochfrequenz-RFID-Armbändern sind die wichtigsten Standards ISO/IEC 14443, ISO/IEC 15693 und die NFC-Protokolle.
ISO/IEC 14443 (Proximity-Standard)
Die Norm ISO/IEC 14443 regelt Proximity-Karten und -Objekte, die mit einer Frequenz von 13,56 MHz arbeiten. Sie ist für Transaktionen mit kurzer Reichweite, hoher Geschwindigkeit und hoher Sicherheit optimiert. Armband-Tags, die auf diesem Standard basieren, haben eine maximale Lesereichweite von 10 Zentimetern und nutzen Nahfeldkopplung zur Datenübertragung und Energiegewinnung. Da die Übertragungsreichweite stark begrenzt ist, bietet dieser Standard einen inhärenten physischen Schutz vor drahtlosem Skimming aus der Ferne.
Der Standard ist strukturell in zwei Varianten unterteilt: Typ A und Typ B. Beide nutzen zwar dieselbe Frequenz, unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihren Modulations- und Datenkodierungsverfahren. Typ A nutzt für die Kommunikation vom Lesegerät zum Armband die 100%-Amplitudenumtastung (ASK) in Verbindung mit der modifizierten Miller-Bit-Codierung. Typ B hingegen verwendet die 10%-ASK-Modulation und die Manchester-Codierung.
Der Hauptvorteil von Armbändern nach ISO/IEC 14443 liegt in ihren hohen Datenübertragungsraten, die von 106 kbit/s bis zu 848 kbit/s reichen. Diese hohe Bandbreite ermöglicht die Ausführung fortschrittlicher kryptografischer Algorithmen wie Triple DES und 128-Bit-AES-Verschlüsselung. Daher dient dieses Protokoll als Grundlage für moderne kontaktlose Bankkarten, elektronische Fahrkartensysteme und Zugangskontrolllösungen auf Unternehmensebene.
ISO/IEC 15693 (Nahbereichsstandard)
Die Norm ISO/IEC 15693 gilt für „Vicinity“-Objekte, die mit 13,56 MHz arbeiten und speziell für Anwendungen entwickelt wurden, die größere Betriebsreichweiten erfordern. Im Gegensatz zu Proximity-Geräten kann ein „Vicinity“-Armband aus Entfernungen von bis zu 1,5 Metern ausgelesen werden, vorausgesetzt, das abfragende Lesegerät ist mit einer Antenne mit ausreichender Leistung ausgestattet. Um diese größere Reichweite zu erreichen, arbeitet der Standard mit einem niedrigeren Schwellenwert für die Magnetfeldstärke, der zwischen 0,15 und 5 A/m variiert, im Vergleich zu den deutlich höheren Feldstärken, die von Proximity-Standards gefordert werden.
Um die Zuverlässigkeit der Kommunikation über größere Entfernungen zu gewährleisten, geht ISO/IEC 15693 Kompromisse bei der Datenübertragungsgeschwindigkeit ein. Es wird entweder die 10%- oder die 100%-ASK-Modulation mit Impulspositionscodierung verwendet, was zu maximalen Datenübertragungsraten von etwa 26,69 kbit/s führt. Diese niedrigere Bitrate schränkt die Fähigkeit des Geräts ein, rechenintensive kryptografische Handshakes in Echtzeit zu verarbeiten.
Die Architektur des Standards eignet sich jedoch besonders gut für Szenarien mit der Verfolgung mehrerer Tags. Der Standard nutzt robuste Antikollisions-Frame-Protokolle, die es einem Lesegerät ermöglichen, Dutzende einzigartiger Armbänder pro Sekunde gleichzeitig zu scannen. Dank dieser Eigenschaft eignen sich Armbänder nach ISO/IEC 15693 hervorragend für die Bestandsverwaltung, die Echtzeit-Personenortung in Unternehmensgebäuden, automatisierte Ausleihkontrollen in Bibliotheken sowie die Überwachung von Besucherströmen auf großen Veranstaltungsgeländen, wo Reichweite und Durchsatz wichtiger sind als strenge Transaktionssicherheit.
NFC-Protokolle (Near Field Communication)
Near Field Communication ist eine Erweiterung der hochfrequenten RFID-Technologie, die die Interoperabilität zwischen passiven 13,56-MHz-Tags und mobilen Endgeräten für Verbraucher ausdrücklich regelt. Diese vom NFC-Forum verwalteten Protokolle ersetzen nicht die übergeordneten ISO-Normen, sondern integrieren und standardisieren diese, um einen einheitlichen Rahmen für den Datenaustausch zwischen verschiedenen Verbrauchergeräten zu gewährleisten.
Um diese plattformübergreifende Kompatibilität zu erreichen, klassifiziert das NFC Forum Tags anhand ihrer zugrunde liegenden Hardware-Standards in verschiedene Typen. NFC-Tags vom Typ 1, Typ 2 und Typ 4 basieren nativ auf den Architekturen nach ISO/IEC 14443 Typ A und Typ B. Typ 3 basiert auf dem industriellen Standard JIS X 6319-4, während Typ 5 das Nahbereichs-Framework nach ISO/IEC 15693 nutzt.
Damit ein RFID-Armband von einem handelsüblichen Smartphone oder einem Standard-NFC-Lesegerät universell erkannt wird, muss sein Chip-Speicher gemäß dem NFC Data Exchange Format (NDEF) formatiert sein. NDEF legt eine streng strukturierte Kapsel für die Binärdaten fest, in der Standard-Nutzdaten wie Web-URLs, Textdatensätze, verschlüsselte Anweisungen für den Point-of-Sale oder automatisierte WLAN-Kopplungsbefehle gekapselt sind. Diese standardisierte Formatierung ermöglicht es jedem NDEF-konformen Armband, direkt mit generischen Betriebssystemen für Endverbraucher zu interagieren, wodurch die Notwendigkeit einer speziellen, proprietären Leseinfrastruktur entfällt.
NFC-Armbänder im Vergleich zu 13,56-MHz-RFID-Armbändern
Der Hauptunterschied zwischen einem NFC-Armband und einem 13,56-MHz-RFID-Armband liegt in der technischen Einstufung und nicht in der Frequenz. Near Field Communication (NFC) ist eine spezielle Untergruppe der Hochfrequenz-RFID-Technologie. Beide arbeiten bei 13,56 MHz und nutzen magnetische Nahfeldinduktion, um Daten über kurze Entfernungen zu übertragen.
Jedes NFC-Armband ist daher ein 13,56-MHz-RFID-Armband, aber nicht jedes 13,56-MHz-RFID-Armband ist ein NFC-Armband. Ein herkömmliches 13,56-MHz-Armband wird erst dann NFC-kompatibel, wenn es die vom NFC Forum definierten Protokolle, Befehlssätze und Regeln zur Datenformatierung erfüllt.
13,56-MHz-HF-RFID-Armbänder
Standard-HF-RFID-Armbänder arbeiten mit einem breiteren Spektrum offener Protokolle, darunter ISO/IEC 15693 (Vicinity-Karten) und bestimmte Varianten von ISO/IEC 14443. Diese strukturelle Flexibilität ermöglicht es, bestimmte betriebliche Merkmale in den Vordergrund zu stellen:
- Erweiterter Lesebereich: Bei einer Konfiguration gemäß der Norm ISO 15693 erreichen Standard-Armbänder mit 13,56 MHz bei Verwendung von Lesegerätantennen mit hoher Leistung eine Kommunikationsreichweite von bis zu 1 bis 1,5 Metern.
- Bulk Scanning: Dank der Antikollisionsprotokolle können industrielle oder unternehmensinterne Lesegeräte mehrere Armbänder gleichzeitig scannen, während die Benutzer durch ein Tor gehen.
- Eigene Speicherstruktur: Die Rohdatenblöcke auf dem Chip folgen keinem einheitlichen Format. Zur Auswertung der Speicherregister sind maßgeschneiderte Softwareanwendungen und proprietäre Lesegeräte erforderlich.
NFC-Armbänder
NFC-Armbänder unterliegen strengen Vorgaben hinsichtlich der Standards für die Nahbereichskommunikation, vor allem ISO/IEC 14443 Typ A und Typ B sowie den NFC-Forum-Tag-Typen (Typ 1 bis 5).
- Stark eingeschränkter Bereich: NFC ist aufgrund seiner software- und hardwareseitigen Einschränkungen bewusst auf eine maximale Lesereichweite von weniger als 10 Zentimetern (in der Regel 2 bis 4 Zentimeter) begrenzt. Diese Anforderung an den Nahbereich verhindert eine versehentliche Datenübertragung.
- Punkt-zu-Punkt-Kommunikation: Die NFC-Architektur unterstützt die bidirektionale Kommunikation, sodass ein Gerät sowohl als Tag als auch als Lesegerät fungieren kann. Das Armband selbst ist zwar passiv, jedoch so konstruiert, dass es mit aktiven Peer-to-Peer-Systemen interagieren kann.
- NDEF-Formatierung: Der interne Chip-Speicher muss im NFC Data Exchange Format (NDEF) formatiert werden. Dieser Standard regelt die Speicherung von Daten wie URLs, Text oder kryptografischen Tokens, sodass jedes universelle NFC-Lesegerät die Daten sofort und ohne spezielle Software auswerten kann.
Tabelle zum strukturellen Vergleich
| Funktionsmerkmal | 13,56-MHz-HF-RFID-Armbänder | NFC-Armbänder |
| Frequenz | 13,56 MHz | 13,56 MHz |
| Klassifizierung | Breitband-Technologie (HF-Band) | Spezialisierter Teilbereich der HF-RFID-Technologie |
| Geltende Normen | ISO/IEC 15693, ISO/IEC 14443 (alle Varianten) | ISO/IEC 14443 Typ A/B, NFC Forum Typen 1–5 |
| Maximale Lesereichweite | Bis zu 1,5 Meter (gemäß ISO 15693) | Streng unter 10 Zentimeter (in der Regel < 4 cm) |
| Kommunikationsrichtung | Einweg (passives Tag reagiert auf aktives Lesegerät) | Unterstützt bidirektionale Kommunikation und Peer-to-Peer |
| Datenformatierung | Roh-Binärblöcke, oft proprietär | Es muss das NFC-Datenaustauschformat (NDEF) verwendet werden. |
| Hardwareabhängigkeit | Erfordert spezielle, proprietäre RFID-Lesegeräte | Kompatibel mit handelsüblichen NFC-fähigen Smartphones |
| Hauptschwerpunkt des Einsatzes | Tracking mit hohem Durchsatz, Zugriffskontrolle für große Datenmengen | Mobile Zahlungen, Datenaustausch, interaktives Marketing |
Gängige 13,56-MHz-RFID-Chips für Armbänder
Die Betriebsleistung, das Sicherheitsniveau und die Hardwarekompatibilität eines 13,56-MHz-RFID-Armbands werden vollständig von dem darin integrierten Mikrochip (IC) bestimmt. Die Hersteller wählen bestimmte Chips aus, wobei sie das erforderliche Gleichgewicht zwischen Datenspeicherkapazität, Verschlüsselungsanforderungen und Stückkosten berücksichtigen.
NXP MIFARE-Serie (ISO/IEC 14443A)
Die NXP MIFARE-Produktfamilie ist der Industriestandard für kontaktlose Armbänder und setzt sich in den Bereichen Zugangskontrolle in Unternehmen, Ticketverkauf im Gastgewerbe und im öffentlichen Nahverkehr durch.
- MIFARE Classic 1K (S50) und 4K (S70): Der MIFARE Classic 1K ist der am häufigsten eingesetzte Hochfrequenz-Chip in Altsystemen und bietet 1024 Byte nichtflüchtigen EEPROM-Speicher, der in 16 separate Sektoren unterteilt ist. Wenn eine Anwendung einen größeren Speicherplatz auf dem Chip benötigt, um umfangreiche Benutzerprofile oder komplexe Protokolle direkt auf dem Wearable zu speichern, kommt stattdessen die Variante MIFARE Classic 4K zum Einsatz, die den Speicher auf 4.096 Byte verteilt auf 40 Sektoren erweitert. Beide Varianten schützen jeden Speichersektor mit zwei separaten Schlüsseln und nutzen einen proprietären CRYPTO1-Verschlüsselungsalgorithmus. Diese Chipfamilie ist zwar äußerst kostengünstig für Fitnessstudios, Hotels und die lokale Mitgliederverwaltung, weist jedoch bekannte kryptografische Schwachstellen auf, wodurch sie für hochsichere Finanztransaktionen weniger geeignet ist.
- MIFARE Ultralight-Serie (Ultralight C / EV1): Entwickelt für kostengünstige Einweg- oder Kurzzeit-Armbänder in großen Stückzahlen, wie beispielsweise Festival-Eintrittskarten und Eintrittskarten für Wasserparks. Das Basismodell Ultralight EV1 zeichnet sich durch einen geringeren Speicherbedarf (in der Regel 48 bis 128 Byte) aus und kommt ohne komplexe Verschlüsselung aus, um die Kosten zu minimieren. Die Variante „Ultralight C“ bietet neben einer standardmäßigen 3DES-Verschlüsselung eine Speicherkapazität von 1536 Bit und sorgt so für zusätzliche Sicherheit gegen das Klonen bei bargeldlosen Verkaufsanwendungen.
- MIFARE DESFire-Serie (EV2 / EV3): Dieser High-End-Chip kommt zum Einsatz, wenn erstklassige Sicherheit für vielfältige Anwendungsbereiche erforderlich ist. Dank einer flexiblen Dateisystemarchitektur kann ein einziges DESFire-Armband gleichzeitig die Zugangskontrolle im Unternehmen, Zahlungen in der Kantine und die Integration von Smart-Lockern verwalten. Es unterstützt fortschrittliche 128-Bit-AES-Verschlüsselungsmodule, hardwarebasierte Anti-Klon-Mechanismen sowie schnelle Datenübertragungsraten von bis zu 848 kbps.
NXP NTAG-Serie (NFC-Forum Typ 2/4)
NTAG-Chips wurden speziell für die native Kompatibilität mit Unterhaltungselektronikgeräten entwickelt. Da sie den Spezifikationen des NFC-Forums vollständig entsprechen, lassen sich Armbänder mit diesen Chips nahtlos mit jedem NFC-fähigen Smartphone verbinden, ohne dass proprietäre Lesegeräte erforderlich sind.
- NTAG213 / NTAG215 / NTAG216: Diese Chips verfügen über identische interne Architekturen, unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrer verfügbaren Nutzspeicherkapazität. Der NTAG213 bietet 144 Byte nutzbaren Speicherplatz, was sich optimal für einfache Web-URLs oder einfache UID-Trigger zur Identifizierung eignet. Der NTAG215 erweitert den Speicher auf 504 Byte (häufig genutzt für Gaming-Zubehör und die Weitergabe detaillierter Kontaktdaten). Der NTAG216 bietet mit 888 Byte die höchste Kapazität und ermöglicht damit komplexe Nutzdatenpakete mit mehreren Datenelementen oder lokalisierte Texteinträge. Alle Modelle der NTAG21x-Serie verfügen über eine werkseitig voreingestellte, eindeutige 7-Byte-ID (UID) sowie einen Passwortschutzmechanismus, um unbefugtes Überschreiben der Daten zu verhindern.
NXP ICODE-Serie (ISO/IEC 15693)
Die ICODE-Architektur fällt eher in die Kategorie der Umgebungskopplung als in die der Nahbereichskopplung und ist daher die erste Wahl für industrielle Ortungsanwendungen und die Logistik in großen Veranstaltungsorten.
- ICODE SLIX / SLIX 2: Im Gegensatz zu den MIFARE- und NTAG-Serien, bei denen die Lesereichweite auf unter 10 Zentimeter begrenzt ist, sind ICODE-Chips für den Hochfrequenzbetrieb mit großer Reichweite optimiert. Wenn sie in ein Armband mit einer entsprechend abgestimmten Antennenschleife integriert werden, können sie von handelsüblichen Hochleistungs-Gate-Lesegeräten aus Entfernungen von bis zu 1,5 Metern ausgelesen werden. Der ICODE SLIX bietet 1024 Bit Nutzerspeicher mit einer garantierten Datenspeicherdauer von 50 Jahren. Er nutzt robuste Antikollisionsalgorithmen, die es Lesesystemen ermöglichen, Dutzende einzigartiger Armbänder gleichzeitig zu erfassen und auszuwerten, während eine Menschenmenge einen offenen Eingang passiert, sodass die Personen die Lesefläche nicht manuell berühren müssen.
Fudan Microelectronics FM11RF08
Der FM11RF08 ist ein weit verbreiteter Alternativchip, der von Fudan Microelectronics entwickelt wurde. Er fungiert als direkte, vollständig kompatible Alternative zum NXP MIFARE Classic 1K-Chip. Er spiegelt die exakte Struktur der S50-Architektur wider, bietet 1024 Byte Speicher, aufgeteilt in 16 Sektoren, und arbeitet streng nach dem ISO/IEC 14443A-Protokoll. Aufgrund seiner geringeren Herstellungskosten wird dieser Chip häufig für groß angelegte kommerzielle Verteilungen, Veranstaltungsausweise in großen Stückzahlen und Identifikationsarmbänder für Unternehmen ausgewählt, bei denen Kosteneffizienz Vorrang vor absoluter kryptografischer Absicherung hat.
Sony FeliCa-Serie (JIS X 6319-4 / NFC Forum Typ 3)
Der Sony FeliCa-Chip ist ein hochleistungsfähiger, integrierter Schaltkreis mit einer Frequenz von 13,56 MHz, der vorwiegend in ostasiatischen Verkehrs- und Zahlungssystemen zum Einsatz kommt, wie beispielsweise in Japans Suica- und Hongkongs Octopus-Infrastruktur. Anstelle der üblichen westlichen ISO-Protokolle basiert FeliCa auf dem japanischen Industriestandard JIS X 6319-4 und wird vom NFC-Forum als Typ-3-Tag klassifiziert.
FeliCa-Armbänder verfügen über eine spezielle Hardwarearchitektur, die hohe Datenübertragungsraten von 212 kbps oder 424 kbps ermöglicht. Dieser Chip verwaltet die Daten über ein schnelles, symmetrisches System zur gegenseitigen Authentifizierung, das verschlüsselte Transaktionen in weniger als 100 Millisekunden abwickelt. Zwar bieten FeliCa-Chips hervorragende Sicherheit und Verarbeitungsgeschwindigkeit für Kontrollpunkte im Nahverkehr mit hohem Durchsatz sowie für mobile Zahlungen im geschlossenen Kreislauf, doch erfordern sie eine höhere Leistungsaufnahme seitens der Lesegeräte und sind mit einem kostspieligeren Herstellungsprozess verbunden. Dies beschränkt ihren Einsatz in der Regel auf hochwertige, regionale Verkehrsnetze und hochkarätige Unternehmensgelände und schließt den Einsatz für einfache Veranstaltungstickets aus.
Arten von 13,56-MHz-RFID-Armbändern nach Material
Das Außenmaterial eines 13,56-MHz-RFID-Armbands bestimmt dessen Strapazierfähigkeit, Lebensdauer und Eignung für die jeweilige Einsatzumgebung. Zwar erfüllen der integrierte 13,56-MHz-Chip und die Antenne dieselbe Grundfunktion, doch muss die äußere Ummantelung diese empfindliche Elektronik vor mechanischer Beanspruchung, Wasserdruck, chemischen Einflüssen und Manipulationen schützen.
RFID-Silikon-Armbänder
RFID-Armbänder aus Silikon werden hergestellt, indem der RFID-Chip und die Antenne in einem flexiblen Silikongehäuse versiegelt werden. Sie sind in der Regel als wiederverwendbare Armbänder konzipiert, und das Material ist widerstandsfähiger gegenüber Wasser, Schweiß, Hautkontakt und wiederholtem Biegen als Einwegmaterialien.
Die gängige Bauweise ist ein geschlossener Riemen, ein Riemen mit verstellbarer Schnalle oder ein Armband im Uhrenstil. Der RFID-Transponder wird in der Regel in einem dickeren Bereich des Armbands platziert, damit der Chip und die Antenne nicht ständig einer Dehnung ausgesetzt sind. Dies trägt zum Schutz der internen Spule bei und sorgt für eine stabilere Leseleistung, als wenn das Inlay in einem dünnen, stark gedehnten Teil des Armbands platziert wäre.
Silikonarmbänder werden häufig mit NTAG-, MIFARE-, DESFire- und anderen ISO/IEC 14443-Chips verwendet. Sie eignen sich für das Auslesen im Nahbereich, allerdings ist die Lesereichweite aufgrund der geringen Antennengröße im Inneren des Armbands nach wie vor begrenzt.
PVC-RFID-Armbänder
PVC-RFID-Armbänder bestehen aus Kunststoffschichten, in denen das RFID-Inlay in einem flachen oder halbstarren Armbandkörper eingebettet ist. Im Vergleich zu Silikon bietet PVC eine ebenere Druckoberfläche und eine dünnere Struktur, was besonders dann von Vorteil ist, wenn das Armband mit vollfarbigen Grafiken, Barcodes oder anderen Branding-Elementen versehen werden soll.
Das RFID-Inlay wird in der Regel zwischen PVC-Schichten laminiert oder in ein Kunststoffgehäuse eingekapselt. Diese Konstruktion schützt den Chip vor Feuchtigkeit und normaler Beanspruchung, ist jedoch weniger elastisch als Silikon. Wiederholtes Falten an derselben Stelle kann die Antenne beschädigen, insbesondere wenn das Armband eine dünne Laminatkonstruktion aufweist. Daher werden PVC-Armbänder in der Regel als wiederverwendbare Armbänder, Armbänder mit Druckknopfverschluss oder Einweg-Veranstaltungsarmbänder hergestellt.
RFID-Armbänder aus Stoff
RFID-Armbänder aus Stoff In der Regel wird ein gewebtes Band oder ein Polyesterband mit einem separaten RFID-Tag kombiniert. Der RFID-Chip und die Antenne sind häufig in einem Tag aus PVC, ABS oder laminiertem Karton versiegelt, der am Stoffband befestigt ist, anstatt direkt in den Stoff eingewebt zu sein.
Diese Konstruktion sorgt für hohen Tragekomfort des Armbands und schützt gleichzeitig das RFID-Inlay innerhalb eines festgelegten Tag-Bereichs. Das Stoffband kann mit eingewebten Logos oder aufgedruckten Motiven versehen werden, während auf der Vorderseite des RFID-Tags der Chip, die Seriennummer oder weitere Grafiken untergebracht werden können.
Viele RFID-Armbänder aus Stoff sind mit einem Einwegverschluss aus Kunststoff oder Metall versehen, der verhindert, dass das Armband entfernt und ohne sichtbare Beschädigung an eine andere Person weitergegeben wird. Sie eignen sich besonders für mehrtägige Veranstaltungen, bei denen das Armband bequem zu tragen sein muss, aber dennoch die Zugangskontrolle gewährleisten soll.
RFID-Armbänder aus Papier und Tyvek
RFID-Armbänder aus Papier und Tyvek sind Einweg-RFID-Armbänder, die für den kurzfristigen Gebrauch konzipiert sind. Das RFID-Inlay ist in das Armbandmaterial laminiert oder versiegelt, und das Armband verfügt in der Regel über einen Klebeverschluss, der beim Entfernen reißt oder Beschädigungen aufweist.
Tyvek ist ein synthetisches, papierähnliches Material, das aus hochdichten Polyethylenfasern hergestellt wird. Es ist leichter und reißfester als normales Papier und dennoch kostengünstig genug für den Einsatz als Armband für einen Tag oder kurze Zeiträume. Herkömmliche Papierarmbänder sind zwar billiger, aber in der Regel weniger widerstandsfähig gegenüber Schweiß, Wasser und rauer Behandlung.
Das RFID-Inlay in einem Armband aus Papier oder Tyvek muss ausreichend flach liegen, damit die Antenne ordnungsgemäß funktioniert. Starke Knicke, Schnitte oder Falten im Bereich des Chips können die Antennenverbindung unterbrechen oder die Lesbarkeit beeinträchtigen. Aus diesem Grund wird die Position des Chips in der Regel markiert oder so gewählt, dass sie außerhalb des Bereichs des Klebeverschlusses liegt.
Diese Armbänder werden häufig mit kostengünstigen 13,56-MHz-Chips wie NTAG oder MIFARE Ultralight verwendet, wenn das Projekt eine einfache Identifizierung, NFC-Interaktion oder die vorübergehende Validierung von Fahrkarten erfordert. Sie können außerdem mit aufgedruckten Barcodes, QR-Codes, Seriennummern und farbigen Markierungen zur visuellen Überprüfung versehen werden.
Anwendungsbereiche von 13,56-MHz-RFID-Armbändern
RFID-Armbänder mit 13,56 MHz werden häufig in Anwendungen eingesetzt, die eine Identifizierung im Nahbereich, eine Zugangskontrolle, Lese-/Schreibspeicher oder NFC-Interaktion erfordern, darunter:
- Zutrittskontrolle
- Veranstaltungs-Ticketing und Einlass
- Bargeldloses Bezahlen
- Systeme für Hotels, Resorts und Wasserparks
- Mitgliedschafts- und Treueprogramme
- Gesundheitswesen und Patientenidentifikation
- Nachverfolgung und Prozessüberwachung
- NFC-Marketing und intelligente Interaktion
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